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Diese trichterförmige Höhle in der Nähe von Sporminore wurde bereits im frühen 7. Jhr. von Marx Sittich von Wolkenstein als „… ein großes Loch, welches sich tief in die Erde zu erstrecken scheint, doch in das es noch keiner wagte, einzutreten …“.

Die Höhle mit dem Namen „Bus de la Spia“ befindet sich in der Nähe des Habitats von Sporminore im Nonstal; eine recht kleine Höhle von nur 8 Metern Breite und 4 Metern Höhe. Sie eröffnet gen Süden Richtung Sporminore auf 610 Metern Meereshöhe ein großes Tor. Der Eingang zur Höhle wird mit einer Holztafel signalisiert und mit einem Metallgitter abgesichert. Das Tor führt in eine zunächst breite Höhle, die schnell enger wird un in den Berg stürzt.

Der große und weite Höhleneingang wurden einst von den Castellani als Zollgrenze genutzt. In einer späteren Phase wurde infolgedessen ein Tunnel darunter gegraben, um Überflutungen im Inneren entgegenzuwirken. Die ersten Untersuchungen und detaillierten Beschreibungen gehen in die Anfänge des 20. Jhr. zurück, auf den wichtigen Geografen der Region Cesare Battisti.

Die Höhle hat sich entlang einer Spalte gebildet, die in den Stein hineinführt und den grauen Kalk des Lias (Borsato, 1995) entzweit. Die Karstaktivität ist immer noch aktiv: Man findet hier Wasser in den Felsspalten und das gesamte System steht unter hydraulischen Druck, der mit der nahe gelegenen Quelle „Acquasanta“ zusammenhängt, in welche die Abflüsse der Gewässer fließen.

Der Bus de la Spia ist für ein einzigartiges Phänomen bekannt, das mit der rhytmischen Schwingung des Siphons zusammenhängt (Battisti, 1905). In Intervallen von 6-7 Stunden steigt das Wasser, begleitet von düsteren Rumpeln, die durch das Ausstoßen der in den Felsspalten eingeschlossenen Luftblasen verursacht werden, langsam na. Nach ca. 45 Minuten beginnt der Füllstand allmählich auf den Startpunkt abzusinken. Die Überflutung der Höhle führt schließlich zu einem Abfallen des Wassers in den Siphon-See. Den äußersten Teil der Höhle erreicht das Wasser nur im Fall von besonders starken Niederschlägen. Diese füllen einige Senken und bilden charakteristische Teiche. Nur in sehr seltenen Fällen fließt Wasser nach außen.

Die Höhle ist von Sporminore aus erreichbar, wenn man der Forststraße, die im Süden des Dorfes aufetwa 550 Metern Meereshöhe startet, in etwa einem Kilometer. Dabei sollte man zu Fuß etwa 30 Minuten (T) einplanen. Der Teil der Grotte, der besichtigt werden kann, erstreckt sich vom Eingang bis zum See am Ausgang. Es erfordert angemessene wasserfeste Ausrüstung, jedoch keine Kletterkenntnisse.

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