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Klassisches Beispiel für ein Gletschertal mit typisch paraboler Form, geradlinigem Verlauf und mit gut erkennbaren Schultern, welche in die umliegenden Felsen eingebettet sind.

Das Val di Fumo Tal ist ein eklatantes Beispiel für ein Tal, welches durch Gletschererosion entstanden ist. Es dehnt sich in Nordsüd-Richtung auf etwa 11 Kilometer im nördlichen Bereich des Adamello-Massivs aus. Der Talboden, großteils regelmäig und plan, liegt zwischen 1800 Metern beim See von Malga Bissina und 2300 Metern beim Becken der Levade. Das Tal scheint geradezu in das magmatische Batolit-Gestein des Adamello gemeiselt zu sein. Die monotone Lithologie dieses Gebiets des Adamello hat bewirkt, dass die Gletschererosion nahezu perfekte und spektakuläre Linien formen konnte.

Ab der Höhe der Schutzhütte Val di Fumo erkennt man eine gut ausgebildete, nur an wenigen Stellen durch Grundwasserrückstände oder andere Ablagerungen unterbrochene, „U“-Form. An den steil abfallenden Seiten sowie am Talgrund findet man große Oberflächen so genannter Rundhöcker, welche in Richtung der Bewegung des Gletschers glatt geschliffen und gebügelt sind. Auf der hydrografisch rechten als auch auf der linken Seite sind die beiden Gletscherschultern gut sichtbar, sie unterbrechen die eintönige Kontinuität der Wände. Der östliche Ausläufer endet mit dem Gipfel Carè Alto und wird von einer Reihe von Kesseln umgeben, welche weitere kleine Gletscher beherbergen, einige mit imposanten Moränen an den Stirnseiten, welche auf die kleine Eiszeit zurückzuführen sind. Die Gletscherbecken öffnen sich über der ersten Erhebung oberhalb des Talbodens, man findet sie auch an der wetlichen Talseite, wo allerdings die Gletscher mittlerweile verschwunden sind. Am Talboden befinden sich in den tiefen, vom Eis gegrabenen Becken Moore und Feuchtgebiete. Hier findet man ein Labyrinth aus verschiedenen Ausläufern des Flusses Chiese, welcher von den Schmelzwassern der Gletscher von Lobbia gespeist wird.

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