Auf der Suche nach dem Herzen von Adamello? Wenn man Form und Tiefe (etwa 40 Meter) des Sees betrachtet würde man diese Frage bejahren. Weniger romantisch ist der Name: See von Busa del Morto (2773m), was etwa mit Höhle des Toten zu übersetzen ist und auf die Trauer während des Ersten Weltkrieges zurückzuführen ist.

Ein Sprung zurück in die Vergangenheit – April 1916 – mitten in den Weißen Krieg (Guerra Bianca) auf den Gipfeln von Adamello. Eine österreichische Militärtruppe ist auf dem Kriegsmarsch richtung Corno di Cavento. Sie überqueren den Gletscher – sie haben keine andere Wahl. Während der Überquerung fällt einer von ihnen in eine Gletscherspalte und bleibt spurlos verschwunden. Erst zehn Jahre später wird sein Körper vom Hüttenwird von Carè Alto gefunden – im Wasser des Sees, der von da an den Namen Busa del Morto (Höhle des Toten) trägt. In der Umgebung finden sich auch heute noch Spuren des Krieges – Stacheldrahtreste oder Baracken…

Es ist ein recht junger See, der auf den Rückgang des Gletscher von Lares vor etwa einem Jahrhundert zurückzuführen ist. Seine Entstehung wird mit ziemlicher Sicherheit im Jahr 1926 vermutet. Seine Formation dauerte allerdings einige Jahre an. Bereits nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Becken nicht mehr direkt durch den Gletscher gespeist; zurück blieb ein fossiler Gletscher (nicht in Bewegung), der in den 70er Jahren vollständig freigelegt war.

Die dunkle, tiefblaue Farbe der Seeoberfläche bezeugt die absolute Trennung einer direkten Wasserzufuhr durch die Gletscherzunge. Der Abfluss des Sees speist den Lares Fluss. Es handelt sich aus verschiedenen Gründen um einen wenig erforschten See: der junge Ursprung, der gefährliche Zugang aufgrund der Höhe des technisch anspruchsvollen Geländes, zu guter Letzt auch die Kürze der Saison, in der der See nicht gefroren ist.

Share This