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In direkter Verbindung zum großen Mandrone Gletscher steht der milchige Neue See (Lago Nuovo oder Mandron Basso) auf 2207 Metern Meereshöhe. Es handelt sich um einen Bergsee mit einer jungen Geschichte, er entstand zwischen 1949 und 1950 aufgrund des fortschreitenden Gletscherschwunds. Der Ablauf des Sees speist den Wasserfall von Mandron.

Das Toponym „Neu“ bezieht sich auf die recht junge Entstehungsgeschichte dieses Bergsees. In einem ersten Schritt hinterließ die schmelzende Gletscherzunge ein isoliertes Eismassiv („Fossiler“ Gletscher). Das aktuelle Becken des Bergsees stammt vom Gletscher, welcher es einst verdeckte. Über die Jahre ging das isolierte Eismassiv weiter zurück, bis es schließlich vollständig verschwand. An seine Stelle trat der aktuelle See von stark milchiger Farbe, im Gegensatz zur Transparenz des Nahe gelegenen Dunklen Sees lago Scuro al Mandrone. Dies ist auf die beachtlichen Mengen an Gletscherschlamm zurückzufühen, die durch den Gletscherschwund im See landen. Der Schlamm, der vom Schmelzwasser transportiert wird, erzeugt diese Trübheit sowie auch ein schnelles Befüllen der Zone nahe dem See. Aktuell ist der gesamte Bereich oberhalb des Sees eine schlammige Ebene, durchzogen von verschiedenen Kanälen. Mit der Zeit wird der See verschwinden oder schrumpfen. Auf der orthographisch linken Uferseite erkennt man einige Moränen. Diese fungieren als Damm und kennzeichnen die verschiedenen Positionen des Gletschers während seines Rückgangs. Dieser Vorgang wurde von Polli untersucht, seit dem Entstehen des Sees im Jahr 1950 bis zum Verschwinden des letzten Gletscherrestes im Jahr 1955. Die Oberfläche des Sees hat im Jahr 1956 seine maximale Ausdechnung von 70.000 Quadratmetern erreicht. Die Bathymetrie wurde auch vom Glaziologischen Komitee der SAT Anfang der 90er Jahre ermittelt.

(da Cantonati et al., Guida dei laghi del Parco, in stampa)
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