Der Gletscher von Lobbia (5,86 km2) befindet sich am Kopf des Genova Tals und grenzt an den Gletscher von Mandrone, von dem er mit einer Felskette der Gipfel Dosson und Lobbia Alta getrennt ist. Er ist Teil des Adamello Gletschers, dem größten Italiens mit einer Oberfläche von beinahe 17 km2.

Der Gletscher von Lobbia zeigt alle Eigenschaften eines „skandinavischen“ Gletschers: glatte flache Oberflächen und eine Wall-förmige Zunge Richtung Genova Tal und Valle di Fumo. Diese Zungen haben seit dem frühen 19. Jahrhundert etwa 2000 m  eingebüßt und dadurch den Großteil verloren, der Richtung Tal abfällt. Es ist einer der Gletscher im Park-Gebiet, welche genau beobachtet werden.

Obwohl es auf den ersten Blick so aussieht, als wäre das Eis starr und unbeweglich, ist das Gletschertal in Wahrheit in steter Bewegung und unterliegt konstanter Veränderung. Die Klimaveränderung löst heute mehr denn je den unaufhaltsamen  und schnellen Rückgang der Gletscherfronten aus.

Einige der größten Gletscher haben in knapp mehr als 40 Jahren bis zu 42% der Oberfläche verloren. Bei anderen waren die Veränderungen kleiner, etwa beim Adamello Gletscher.

Die Studien der Gletscher vom Adamello wurden mit einer gewissen Systematik durchgeführt, beginnend mit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhudnerts. Bereits seit 1865 wurden einige von ihnen penibel in einer detaillierten Karte eingetragen, die von Payer – dem Erstbesteiger des Adamello Gipfels und Glaziologen – erstellt wurde. In den Folgejahren dienen uns geschriebene Worte als Zeitzeugen und geben uns einen Einblick in die Gletschertäler der Vergangenheit, etwa von W.D. Freshfiled (1875).

„Das gigantische zentrale Schneefeld speist  die Gletscher, die auf allen Seiten abfallen. Die höchsten Gipfel, der Carè Alto und der Adamello, stellen auf diesem Hochplateau lediglich kleine Erhebungen dar. Aus der Nähe betrachtet erkennt man eisige Felsen, aus der Ferne scheinen sie majestätische Berge zu sein, die mit ihren Wänden zwischen zwei Gletschern in kargen Tälern eingeschlossen sind. Stellen Sie sich ein großes weißes Leintuch vor, das unregelmäßig auf einen Tisch gelegt wird und seine schillernden Rändern hängen hier und dort zwischen schwarzen, massiven Strebepfeilern.“

Nuovo Catasto dei Ghiacciai Italiani (2015). Rilevamenti del 2011.

Typ: Skandinavisch (Alpin oder Wall)
Form: Ebene
Gespeist: direkt

Catasto C.G.I.: 637

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