Auf einer Höhe von über 2600 Metern über dem Meeresspiegel, in Richtung des imposanten Crozzon di Lares und der anderen Gipfel, welche oberhalb des Val Folgorida Tals emporragen, kann man das finden, was vom ewigen Eis der Gletscher von Folgorida (0,03 km2) und Folgorida I (0,12 km2) noch übrig ist, im kleinen beschaulichen Tal, einem Seitental des bekannteren Val di Genova Tals.

Die Gletscher des Trentino bedecken eine Gesamtfläche von 30 km2. Sie befinden sich in den größten Gebirgsgruppen, vor allem im Adamello-Presanella Massiv, welches alleine bereits 48 Gletscher beheimatet.

Obwohl es auf den ersten Blick so aussieht, als wäre das Eis starr und unbeweglich, ist das Gletschertal in Wahrheit in steter Bewegung und unterliegt konstanter Veränderung. Die Klimaveränderung löst heute mehr denn je den unaufhaltsamen  und schnellen Rückgang der Gletscherfronten aus.

Einige der größten Gletscher haben in knapp mehr als 40 Jahren bis zu 42% der Oberfläche verloren. Bei anderen waren die Veränderungen kleiner, etwa beim Adamello Gletscher.

Die Studien der Gletscher vom Adamello wurden mit einer gewissen Systematik durchgeführt, beginnend mit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhudnerts. Bereits seit 1865 wurden einige von ihnen penibel in einer detaillierten Karte eingetragen, die von Payer – dem Erstbesteiger des Adamello Gipfels und Glaziologen – erstellt wurde. In den Folgejahren dienen uns geschriebene Worte als Zeitzeugen und geben uns einen Einblick in die Gletschertäler der Vergangenheit, etwa von W.D. Freshfiled (1875).

„Das gigantische zentrale Schneefeld speist  die Gletscher, die auf allen Seiten abfallen. Die höchsten Gipfel, der Carè Alto und der Adamello, stellen auf diesem Hochplateau lediglich kleine Erhebungen dar. Aus der Nähe betrachtet erkennt man eisige Felsen, aus der Ferne scheinen sie majestätische Berge zu sein, die mit ihren Wänden zwischen zwei Gletschern in kargen Tälern eingeschlossen sind. Stellen Sie sich ein großes weißes Leintuch vor, das unregelmäßig auf einen Tisch gelegt wird und seine schillernden Rändern hängen hier und dort zwischen schwarzen, massiven Strebepfeilern.“

Nuovo Catasto dei Ghiacciai Italiani (2015). Rilevamenti del 2011.
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